Schwestern und Brüder vom heiligen Benedikt Labre e.V.

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Tätigkeitsbericht
 
Der Verein "Schwestern und Brüder vom hl. Benedikt Labre e.V." ist als Trägerverein für die drei Häuser
  • Haus vom hl. Benedikt Labre, Pommernstraße 30, München
  • Herberge vom hl. Benedikt Labre, Isartalstraße 60, Unterhaching
  • Haus vom hl. Vinzenz von Paul, Auf den Schrederwiesen 22, München
zuständig. Er betreibt diese drei Häuser in eigener Verantwortung. Aufgenommen werden obdachlose Frauen und Männer. Alter, Staatsangehörigkeit, Religion, etc. sind nicht von Bedeutung. Allein wichtig für die Aufnahme ist die Not des einzelnen Menschen.
 
Jedes Haus wird von einer Grundgemeinschaft geführt, deren Mitglieder sich entschieden haben, in den Häusern dauerhaft mit den Freunden von der Straße zusammenzuleben wie in einer großen Familie.
 
Die Häuser sind keine trockenen Häuser, d.h. es werden an die Mitbewohner, sofern sie nüchtern sind, vier Flaschen Bier pro Tag und auf den Tag verteilt verkauft. Dadurch ist es vielen Bewohnern möglich geworden, auf größeren Alkoholkonsum zu verzichten und ihre Alkoholabhängigkeit einzuschränken.
 
Ebenso wie der Alkohol wird das Geld der Mitbewohner eingeteilt. Die Einnahmen eines Jeden werden auf das Konto des Vereins überwiesen (d.h. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Rente) und diese auf sogenannten Guthabenlisten eingetragen. Genauso werden dort die täglichen Entnahmen festgehalten. Es wird täglich ein Betrag von € 5,- für Rauchen und Trinken ausgezahlt, so dass jeder den ganzen Monat über Geld zur Verfügung hat.
 
Die Bewohner der Häuser zahlen von ihren Einnahmen Miete für ihr Zimmer, Energiekosten sowie einen Betrag von € 3,- täglich für Wirtschaftsgeld, das Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen sowie Wäsche und Toilettenartikel beinhaltet.
 
Diesen Betrag können wir so niedrig halten, weil wir sehr große Lebensmittelspenden von Orden, Firmen oder Privatpersonen erhalten. So können wir das Brot für alle drei Häuser bei einer Großbäckerei umsonst holen. Von einer Großmetzgerei bekommen wir zweimal die Woche Wurstwaren geschenkt. Eine auswärtige Firma spendet uns jede Woche einige Paletten Joghurt, Käse, Fisch u.a. Darüber hinaus bekommen wir täglich von einem Orden in München übrig gebliebenes Essen sowie einmal pro Woche von einem weiteren Orden Lebensmittel gespendet.
 
Jeder der Hausbewohner muß sich bei den anfallenden Arbeiten für die Wohngemeinschaft nach seinen Kräften und Fähigkeiten beteiligen. Die Arbeiten bestehen aus Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln, Telefondienst, Büro, Hofreinigung, Gartenarbeit, Botengänge. Im Haus vom hl. Vinzenz von Paul gibt es eine große Werkstatt, in der Schreinerarbeiten ausgeführt werden. Dort werden alte Möbel restauriert, die wir von Klöstern für unseren Flohmarkt geschenkt bekommen, oder Möbelstücke auf Wunsch der Kunden umgearbeitet.
 
Der Floh- und Antiquitätenmarkt befindet sich ebenfalls auf dem Gelände Schrederwiesen 22. Er ist jeden Samstag von 9.00 bis 15.00 h geöffnet und wird von ehrenamtlichen Helfern zusammen mit einigen Hausbewohnern betrieben. Der Floh- und Antiquitätenmarkt stellt zusammen mit dem Verkauf von Kerzen aus eigener Werkstatt sowohl eine Arbeitsmöglichkeit für die Bewohner als auch eine Einnahmequelle für den Verein dar. Darüber hinaus lebt der Verein von Spenden.
 
Der Verein hat einen hauptamtlichen Handwerker (Hausmeister) angestellt, der die Mitbewohner bei allen handwerklichen Arbeiten anleitet und begleitet. Einige Mitbewohner arbeiten bereits wieder außer Haus, vor allem bei Ordensgemeinschaften.
 
Eine zweite Tätigkeit des Vereins besteht im nächtlichen Teeausfahren. Dabei werden auf einer Runde durch die Stadt Obdachlose z.T. an ihren Schlafplätzen besucht. Durch das Ausgeben von Tee und Brot wird Kontakt geknüpft und durch den regelmäßigen Besuch gehalten. Diese Aufgabe wird nicht als Armenspeisung gesehen, obwohl dabei Essen, auch Obst und Joghurt, im Winter Eintopf, sowie Kleidung und Decken, ausgegeben werden. Der regelmäßige Kontakt soll Vertrauen schaffen. Die Obdachlosen werden eingeladen, ins Haus zum Duschen zu kommen oder für ein paar Tage auszuruhen. Damit soll ihnen ein wenig gezeigt werden, wie man in den Häusern des Vereins lebt.
 
Wenn ein Obdachloser auf der Straße stirbt, wird der Verein von der Städtischen Bestattung informiert und sorgt dann für eine Beerdigung mit einem Priester, so dass der Verstorbene auch auf seinem letzten Weg menschenwürdig begleitet ist.
 
Stand: Januar 2006