Schwestern und Brüder
vom heiligen Benedikt Labre e.V.

Teefahrer-Geschichte von Robert Zimmermann

13. Oktober 2021

Robert Zimmermann, Jahrgang 1970
Firmeninhaber INTERPAGEmedia (Internetagentur)

Das habe ich alles meiner Oma zu verdanken!
Schon in meiner Jugend hörte ich von meiner Oma (Hilde Schwaiger), dass sie öfters beim Teefahren für Obdachlose ist. Sie müsste so 1986 / 87 angefangen haben, also kurz nachdem Walter „Benedikt Labre“ gegründet hat.  Da war ich gerade 17 Jahre alt. Ich konnte mir darunter noch nicht so viel vorstellen. Mit Benedikt Labre und Walter bin ich dann auf dem Flohmarkt an den Schrederwiesen das erste mal in Berührung gekommen, da ich in der Zeit meine Oma (die auch auf dem Flohmarkt viel gearbeitet hat) hier öfters besucht habe. So ist also der erste Kontakt entstanden.

Seit der Zeit war ich mal mehr, mal weniger oft auf dem Flohmarkt, um meine Oma zu besuchen und natürlich auch um in den Flohmarktsachen zu kruschteln. Irgendwann (viel später) hatte mich der Verein Benedikt Labre auch beauftragt, eine Website  zu programmieren. So bin ich auch mit der Pommernstraße, mit Walter und Annegret, in Kontakt gekommen und auch, mit langen Pausen, geblieben.

Meine Oma Hilde ist leider 2011 gestorben. Der lose Kontakt zu Benedikt Labre blieb sowie die Erinnerungen an die „guten Taten“ meiner Oma.

Sehr viel später (Ende 2016) wollte ich mich zum einen sozial engagieren und zum anderen natürlich wissen, wie das damals bei meiner Oma war mit dem Teefahren. Meine Idee war, an Silvester 2016 Tee zu fahren statt zu böllern. Nachdem der Tee-Bus 363 Tage im Jahr fährt, aber ausgerechnet an Weihnachten und Silvester nicht, hätte ich meine Teefahr-Tour auf unbestimmte Zeit verschoben. Aber Annegret rief dann relativ schnell an, dass sie für den Freitag vor Silvester noch jemanden brauchen würden und ob ich da nicht schon mit fahren will. Zugesagt und mitgefahren. So war am 30.12.1916 meine erste Tee-Ausfahrt oder besser Mitfahrt mit Toni Egle.

Seitdem fahre ich regelmäßig, erst zweimal, inzwischen einmal im Monat mit dem Tee-Bus durch München. Es ist eine sehr schöne und dankbare Aufgabe. Jede Teefahrt erdet mich wieder ein Stück mehr und macht viel Spaß. Inzwischen kennt man auch die Menschen und die Plätze sehr gut. Und bei jeder Tee-Tour fährt in Gedanken meine Oma mit. Es ist schon sehr heilend, die Gesellschaft von dieser Seite kennen zu lernen, zu wissen dass es Menschen in unserer Stadt gibt, die fast nichts haben und auf das angewiesen sind, was wir oder andere Organisationen ihnen an Essen und Kleidung zur Verfügung stellen. Da relativiert sich einiges im eigenen Leben. Plötzlich ist vieles nicht so wichtig wie es vorher schien.

Danke Hilde!

 

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